Ab in den Kräutergarten!

Heute entführ ich euch mal in meinen Garten 🙂 Ich muss ehrlich zugeben, die „C-Time“ hatte für mich auch irgendwie was Gutes… ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, aber dadurch dass wir Stunden abgebaut haben (um der Kurzarbeit zu entgehen), war ich natürlich mehr zu Hause. Da das Wetter auch mitgespielt hat, konnte ich mich früher und vor allem intensiver meinen Garten widmen.

Die Beete wurden vom Laub & Unkraut befreit, mein Tomatenzelt zum „Glashaus“ umfunktioniert, die Hochbeete vorbereitet … ein paar Gemüsesamen waren noch vom letzten Jahr übrig und das Internet hatte ja Gott sei Dank nicht geschlossen! Und als Überraschung standen an einem Sonntag 6 Stöckerln frisch vom Gärtner vor der Tür.

Somit sind all meine Lieblingskräuter vorhanden. Heute möchte ich euch einen Überblick geben, welches Kraut ihr für welches Gericht verwenden könnt – frisch aus Julie’s Garten:

BASILIKUM

  • Geschmack: Basilikum schmeckt süß-pfeffrig. Getrocknet hat Basilikum einen leicht herben Geschmack
  • Küche: ist vielseitig einsetzbar,- zu Pizza & Pasta, wie auch zu Fisch, für Marinaden und Pestos. Wichtig ist, das Basilikum erst den fertigen Gerichten zu zufügen, damit das Aroma erhalten bleibt.
  • Garten: Sonnenanbeter 🙂 immer gut feucht halten und beim Ernten am besten ganze Stängel abschneiden
  • weitere Sorten: z.B. Kleinblatt Basilikum, Thai Basilikum, Rotes Basilikum

CURRYKRAUT

  • Geschmack: leichte Salbeinote, vor der Blüte ernten, denn dann verliert das Currykraut an Aroma
  • Küche: ideal für Reis- und Fleischgerichte (Lamm!), nicht länger als 5-6 min mit garen, da es sonst bitter werden könnte; als Abwechslung einfach klein hacken und ins Salatdressing geben
  • Garten: im Beet relativ winterhart und robust – vor dem Winter NICHT zurückschneiden; kommt auch mit Trockenheit zurecht, will keine Staunässe; beim Ernten immer den ganzen Stiel abschneiden, damit es nicht zu stark verholzt und weitere Verzweigungen bildet. Im Topf – eher im Wintergarten überwintern, hier ist regelmäßiges Gießen wichtig,- am besten in der Früh und am Abend in kleinen Mengen.

DILLE

  • Geschmack: würzig, holziger Duft
  • Küche: für Suppen, Saucen und frische Salate – z.B. Gurkensalat, aber auch zum Einlegen von Gurken oder zu Fisch
  • Garten: liebt die Sonne und ist durstig! Geerntet werden nur die Spitzen.

KAPUZINERKRESSE

  • Geschmack: leicht scharfer würziger Geschmack
  • Küche: man kann die Blätter, wie auch die Blüten essen. Die Blüten sind um einiges milder und eignen sich z.B. perfekt als Deko für Süßspeisen. Die Blätter einfach zusammenschneiden und zu Salaten geben oder einfach auf’s Butterbrot.
  • Garten: verträgt schattige Plätze, bevorzugt einen nährstoffreichen Boden und kann im Kübel sogar überwintert werden – an einem frostfreien Platz!

KRESSE

  • Geschmack: scharf-aromatisch, manchmal leicht bitter
  • Küche: harmoniert herrlich mit Topfen und mit Eiergerichten, verfeinert jeden Salat und schmeckt mir persönlich am besten auf einem frisch gebackenen Brot mit Butter 🙂
  • Garten: kann auf der Fensterbank gezogen werden oder im Topf, ist nur wenige Tage nach der Keimung erntereif. Wenn die Kresse 7-10 cm hoch ist, mit der Schere abschneiden und sofort verwenden. Nicht zu großzügig wässern, denn das lässt die Keimlinge faulen!

LIEBSTÖCKEL

  • Geschmack: stark würzig im Geruch und Geschmack … erinnert ein bisschen an Maggi
  • Küche: herrlich für deftige Suppen und Eintöpfe, zu Lamm, aber auch für z.B. gebratenes Gemüse -den Liebstöckel immer erst in den letzten 10 min mitkochen, damit er sein Aroma entfalten kann, es aber nicht verloren geht. Bei mir ist er z.B. ein Muss, wenn ich Ketchup einkoche.
  • Garten: ein robustes Kraut, regelmäßig gießen, aber Staunässe vermeiden. Kann blatt- und stielweise geerntet werden. Winterhart.

LORBEER

  • Geschmack: stark würzig, leicht bitter
  • Küche: zum Würzen nutzt man die ganzen Lorbeerblätter, ob frisch oder getrocknet. Passt super zu Fleisch, Fisch, Saucen, kräftigen Gemüseeintöpfen und in Kombi mit Wacholder und Pfeffer zu Wildgerichten. Auch im Sauerkraut sollte das Lorbeerblatt nicht fehlen! 🙂
  • Garten: kann bis zu 2 m hoch werden, kann zwischen April und Mai blühen; der Lorbeer ist eine kleine Diva, am besten im Topf erst raus stellen, wenn es warm ist und im Haus oder Wintergarten überwintern.

OREGANO

  • Geschmack: aromatisch würzig, leicht herb
  • Küche: verleiht jedem Gericht eine mediterrane Note :-), ob Pizza, Pasta, Lammfleisch, Salaten, Gemüse oder Marinaden – ich würde ihn fast den mediterranen Allrounder der Küchenkräuter bezeichnen.
  • Garten: regelmäßig gießen, ältere Triebe kurz zurückschneiden, beim Ernten die Stiele ca. 8-10 cm über den Boden abschneiden, meist winterhart.

PETERSILIE

  • Geschmack: schmeckt sellerieartig, würzig frisch
  • Küche: der Allrounder der Kräuterküche
  • Garten: Sonnenanbeter, feucht halten, Staunässe aber vermeiden. Von Hand ernten, die innere Blätter stehen lassen.
  • weitere Sorten: z.B. Krause Petersilie

PFEFFERMINZE

  • Geschmack: riecht erfischend, schmeckt nach Menthol (die klassische Pfefferminze)
  • Küche: ein Klassiker für Cocktails, sommerliche Getränke und Tees im Winter. Schmeckt aber auch herrlich zu Lamm und in orientalischen Gerichten.
  • Garten: wie die Zitronenmelisse, wächst die Minze wie Unkraut 🙂 D.h. am besten in einen großen Topf setzen. Hat nichts gegen die Sonne,- braucht dadurch aber viel Wasser. Meist winterhart.

ROSMARIN

  • Geschmack: aromatischer Geruch, im Geschmack leicht harzig & bitter
  • Küche: passt hervorragend zu Fleisch- und Wildgerichten, zu Pilz- und Erdäpfelgerichten, zu Fisch und in Saucen.
  • Garten: braucht gleichmäßige Feuchtigkeit & Sonne, hält es aber auch mal aus, wenn es ein bisschen trockener ist. Ich hab meinen winterharten Rosmarin letztes Jahr aus dem Topf in den Boden gesetzt – he likes it! 🙂 Ernten kann man den Rosmarin eigentlich das ganze Jahr, einfach einen Zweig abschneiden und die Nadeln runter zupfen.

SCHNITTLAUCH

  • Geschmack: mild feiner Lauchgeschmack
  • Küche: mein Favorit – am Butterbrot :-), aber er passt auch herrlich in Salate, in Frischkäse, Saucen und Mayonnaise
  • Garten: braucht ein sonniges Platzerl, immer feucht halten. Den Schnittlauch am besten 2-3 cm über den Boden abschneiden/ernten. Meiner ist seit zwei Jahren winterhart!? 🙂

THYMIAN

  • Geschmack: herb, bitterer Geschmack
  • Küche: eignet sich bestens für Suppen, Gemüse (Erdäpfel, Kürbis), Fisch- und Fleischgerichte, wie auch zum Aromatisieren von Honig
  • Garten: braucht einen Sonnenplatz, ist NICHT durstig und kann eigentlich ständig geerntet werden. Bei den Zweigen max. 2/3 der Längen abschneiden/ernten.
  • weitere Sorten: z.B. Zitronenthymian (zum Verfeinern von Fisch, Salaten, aber auch für Desserts

ZITRONENMELISSE

  • Geschmack: erfrischend, erinnert ein bisschen an Zitrone
  • Küche: am besten zu fruchtigen Süßspeisen und in Getränken
  • Garten: wächst wie Unkraut :-), d.h. am besten in einen Topf oder Bottich setzen, feucht halten, hat kein Problem mit einem Sonnenplatzerl, da sie es gern warm hat. Meist winterhart.

Zum Schluss gibt’s noch ein paar Tipps, Tricks & Infos:

Von drinnen nach draußen

Bevor man die Kräuter in den Garten (Balkon/Fensterbank) setzt, sollte man sie langsam auf die Veränderung vorbereiten. Es tut ihnen nämlich nicht gut, sie einen auf den anderen Tag plötzlich in die pralle Sonne oder einer kalten Nacht auszusetzen! Was bedeutet das jetzt? Gebt ihnen ein bisschen Zeit und stellt sie an warmen Tagen an die Hauswand und holt sie in frostigen Nächten wieder ins Warme zurück. Ganz wichtig,- Basilikum wirklich erst ins Freie übersiedeln, wenn es wirklich warm draußen ist!

Gießen, nicht gießen?

Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Oregano können damit leben, wenn man mal aufs Gießen vergisst. Kräuter mit saftigen Blättern oder Stielen, wie Basilikum, Schnittlauch oder Petersilie brauchen aber öfters Wasser gegen den Durst! Ich hab das lange nicht gewusst und hab mich immer gewundert, warum mir der Thymian neben meinem Basilikum eingeht … 🙂 Für den einen genug Wasser, für den anderen zuviel. Seit ich das weiß und auf die Vorlieben meiner Kräuter eingehe, indem ich sie richtig zusammensetze,- wuchern und gedeihen sie! 🙂

Fleißig ernten fördert den Wachstum

Sagt schon alles oder? Je mehr man erntet, desto besser entwickeln sich die Kräuter!

Trocknen

Am besten geht das im Sommer. Die Kräuter ernten und entweder aufhängen oder auf ein Gitter legen. Den nächsten Schritt hab ich auch immer falsch gemacht 🙂 Nicht in der Sonne trocknen, sondern im Schatten! Im Spätherbst hab ich dann die letzten Kräuter abgeerntet und im Backrohr getrocknet. Hierfür das Backrohr auf die niedrigste Stufe einheizen. Das Backrohr einen Spalt offen lassen, dass die Feuchtigkeit entweichen kann.

Kräuter in der Küche

Wichtig ist und das gilt eigentlich für fast alle Kräuter,- so spät wie möglich zum Gericht dazu geben. Denn durch zu langes Kochen verlieren die Kräuter ihr Aroma.

So und Ich bin dann wieder im Garten! 🙂 Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende!
Eure Julie

 

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